Was macht ein BIM-Manager? Aufgaben & Nutzen

July 10, 20263 min read

Was macht ein BIM-Manager? Aufgaben, Nutzen und wann Sie einen brauchen

Ein BIM-Manager verantwortet die BIM-Prozesse im laufenden Projekt: Er legt fest, wie Rollen, Standards und Informationsanforderungen zwischen allen Projektbeteiligten organisiert werden, stellt die Einhaltung des BIM-Abwicklungsplans (BAP) sicher und ist zentraler Ansprechpartner für Bauherr, Planungsteams und BIM-Koordinatoren.

Die operative Modellkoordination, der tägliche Modellaustausch und die Kollisionsprüfung zwischen Disziplinen liegt dagegen beim BIM-Koordinator.

Ohne eine klar besetzte BIM-Manager-Rolle laufen Prozesse häufig ins Leere, weil niemand die Einhaltung von Standards und Anforderungen über alle Beteiligten hinweg verantwortet.

Für Bauherren und Projektsteuerer ist die Frage deshalb nicht, ob diese Aufgabe anfällt, sondern wer sie übernimmt.


Was macht ein BIM-Manager konkret?

Der BIM-Manager übernimmt vier wiederkehrende Aufgabenfelder.

  1. Er definiert gemeinsam mit dem Bauherrn, welche Standards, Rollen und Informationsanforderungen im Projekt gelten, und hält das im BIM-Abwicklungsplan (BAP) fest.

  2. Er ist zentraler Ansprechpartner für alle Beteiligten Bauherr, Planungsteams, BIM-Koordinatoren, bei Unklarheiten zu Zuständigkeiten oder Anforderungen und hat ein offenes Ohr für Rückmeldungen aus dem Projektalltag.

  3. Er verantwortet, dass die BIM-Koordinatoren, die den Modellaustausch und die Kollisionsprüfung zwischen den Disziplinen übernehmen, nach denselben Standards arbeiten und Auffälligkeiten strukturiert eskaliert werden.

  4. Und er passt den BAP an, wenn sich Projektanforderungen ändern, und dokumentiert Entscheidungen nachvollziehbar.

Diese Aufgaben liegen auf der Prozess- und Steuerungsebene, die operative Modellkoordination im Detail übernimmt der BIM-Koordinator, nicht der BIM-Manager selbst.


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Welche Qualifikationen sollte ein guter BIM-Manager mitbringen?

Fachlich braucht ein BIM-Manager Verständnis für Planungsprozesse, Modellierungsstandards und gängige Austauschformate wie IFC. Ebenso wichtig ist Erfahrung mit Informationsanforderungen und BIM-Abwicklungsplänen (BAP), weil die Rolle sonst nur Software verwaltet statt Prozesse zu steuern.

Mindestens genauso entscheidend ist die Fähigkeit zur Vermittlung zwischen unterschiedlichen Beteiligten Architekten, Fachplanern, Bauherrenvertretern, die oft unterschiedliche Prioritäten und Kenntnisstände zu BIM mitbringen. Ein guter BIM-Manager reduziert Komplexität, statt sie zu verwalten, und macht aus diffusen Anforderungen konkrete, nachvollziehbare Arbeitsschritte für alle Projektbeteiligten.


Wann sollte der BIM-Manager ins Projekt eingebunden werden?

Idealerweise vor Planungsbeginn, damit er die BIM-Strategie in konkrete Prozesse und den BAP übersetzen kann, bevor die ersten Modelle entstehen. Wird die Rolle erst besetzt, wenn bereits Modelle ohne abgestimmte Standards vorliegen, beginnt die Arbeit mit Aufräumen statt mit Steuerung. Auch bei laufenden Projekten ohne bislang dedizierte Rolle lohnt sich ein Einstieg je früher, desto geringer der Aufwand, bestehende Modelle und Prozesse nachträglich in eine konsistente Struktur zu bringen.



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Tipps aus der Praxis

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Fazit

Ob das BIM-Management in Ihrem Projekt Struktur hat oder sich auf mehrere Schultern verteilt, entscheidet mit darüber, wie reibungsarm die nächsten Projektphasen laufen. Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, was Ihr Projekt jetzt braucht.


Häufige Fragen zur BIM-Manager

BIM-Manager vs. BIM-Koordinator - was ist der Unterschied?

Die beiden Rollen sind nicht identisch und sollten nicht synonym verwendet werden. Der BIM-Manager legt Prozesse, Standards und Verantwortlichkeiten fest und ist zentraler Ansprechpartner für alle Projektbeteiligten. Der BIM-Koordinator ist ihm organisatorisch nachgeordnet und verantwortet die tägliche Modellkoordination und Kollisionsprüfung zwischen den Planungsdisziplinen.

Ist ein BIM-Manager bei BIM-Projekten Pflicht?

Gesetzlich nicht vorgeschrieben, in der Praxis aber notwendig, sobald mehrere Disziplinen modellbasiert zusammenarbeiten. Ohne diese Rolle verteilt sich die Verantwortung informell, mit entsprechenden Reibungsverlusten.

Kann der Projektsteuerer die Rolle des BIM-Managers mit übernehmen?

Möglich, aber nur, wenn ausreichend BIM-Fachkompetenz und Zeit vorhanden sind. Häufig fehlt eines von beidem, wodurch die Rolle faktisch nicht ausgefüllt wird, obwohl sie formal zugewiesen ist.

Wie viel Zeit bindet die Rolle des BIM-Managers im Projekt?

Abhängig von Projektphase und -größe. In intensiven Koordinationsphasen, etwa während der Ausführungsplanung, deutlich mehr als in ruhigeren Projektphasen, eine feste Teilzeitgröße lässt sich pauschal nicht seriös angeben.


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Matthias Wittmann

Matthias Wittmann

Matthias Wittmann ist Gründer der Wittmann Digital Consulting GmbH und berät Unternehmen der Bau- und Immobilienbranche bei BIM, CAFM, BIM2FM und digitalen Prozessstrukturen. Als Bauingenieur und erfahrener Berater verbindet er technische Expertise mit strategischem Prozessverständnis, von der Planung über den Bau bis in den Betrieb. Sein Fokus liegt auf klaren Strukturen, belastbaren Daten, pragmatischer Umsetzung und der erfolgreichen Verbindung von Menschen, Prozessen und Technologie.

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